Vereinsaktivitäten

Mitgliedertreffen Minimus 21.10.20

Das diesjährige Mitgliedertreffen des Vereins fällt in  eine Zeit, in welcher soziale Aktivitäten und Austausch nicht selbstverständlich sind. Davon lassen sich die engagierten Mitglieder des Vereins jedoch nicht abhalten und treffen sich einfach im virtuellen Raum. Zwei spannende Vorträge geben Einblick in laufende Forschungsfragen: Murielle Neuhaus präsentiert ihre Bachelorarbeit zum Vergleich zweier potenziellen Wieselhabitate im Tafeljura (BL) und im Jurapark (AG, SO). Sie erörtert den Einfluss von verschiedenen Habitatfaktoren und der Präsenz von Wühlmäusen als Beutetiere auf die Nachweise der Wiesel in den beiden Gebieten. Karin Feller von der Vogelwarte Sempach zeigt aufgrund einer ganz anderen Art, dem Waldlaubsänger, die komplexen und spannenden Interaktionen zwischen Habitatfaktoren, Räubern und Beute. Sie zeigte auch auf, wie unerwartet die Zusammenhänge manchmal sein können und dass die augenscheinlichsten Erklärungen nicht immer auch die treibenden Faktoren sind.

Fangaktion Kleinsäuger Kanton Uri (September 2020)

In 2019 wurde im Kanton Uri ein neuer Nachweis der Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) gemacht. Dieser Fund war ein Highlight, warf aber auch neue Fragen auf, denn die nächstgelegenen Beobachtungen lagen in anderen Talschaften, also geographisch durch Bergrücken getrennten Orten. War diese Beobachtung ein Zufall? Und wie sind die Tiere dorthin gekommen?

Dem wollte der Vorstand von Minimus nachgehen und organisierte vom 9. bis 11. September eine Kleinsäugerfangaktion im Kanton Uri. Drei Tage wurden rund 100 Lebendfallen an für die Art geeignete Lebensräume gestellt und drei Mal täglich kontrolliert. Und tatsächlich, die Art konnte am Standort bestätigt und an zwei weiteren zusätzlich nachgewiesen werden. Sie hat also in diesem Gebiet ein überlebensfähiges Vorkommen. Der Verein widmet sich nun weiteren Fragen wie mit welchen Populationen die Tiere in Uri am nächsten verwandt sind oder wie die Art im Gebiet am besten erhalten und gefördert werden kann.

Lebensraum der Feldspitzmaus
Lebendfalle für Kleinsäuger
Feldspitzmaus (Crocidura leucodon)
Exkursion Haselmaus-Projekt Zürich (August 2019)

An einem schönen Nachmittag im Spätsommer treffen sich die Mitglieder des Vereins am Bahnhof Zürich Stettbach. Weit und breit sind hier keine Lebensräume zu sehen, welche der scheuen Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ein sicheres Zuhause bieten könnten. Nach einer kurzen Fahrt zum Projektgebiet «Bannhalde» bei Winterthur Töss ändert sich diese Einschätzung. Wo einst ein dichter und eher eintöniger Laub-Mischwald stand, wurden ungefähr acht Hektaren Wald aufgelichtet, so dass eine vielfältige, gestufte Vegetation entstand. Angrenzende, überalterte Hecken wurden verjüngt, neue Hecken gepflanzt, Verstecke aus Ästen und Steinen geschaffen. Sogar eine Haselmausbrücke über Flurwege wurde gebaut, über welche sich die waghalsigen Tiere zwischen den Lebensräumen hin und her bewegen können. Leider lassen sich bei der Kontrolle der aufgehängten Nistkästen keine Haselmäuse blicken, dafür ein paar Rötelmäuse, die es sich in der komfortablen Behausung gemütlich gemacht hatten. Bei der Gelegenheit tauschen sich die Mitglieder über ihre Erfahrungen in ähnlichen Projekten aus und analysierten Trittsiegel aus Spurentunnel. Dank der engagierten Förster soll nun mit einer dynamischen Pflege die Lebensräume-Vielfalt mit einer Vegetation unterschiedlicher Entwicklungsstadien zu erhalten.

für Haselmäuse aufgewerteter Waldrand
Kontrolle einer Nestbox für Haselmäuse
Haselmausnest