Im Auftrag des Kantons Uri betreibt der Verein Minimus die Koordinationsstelle für kleine Säugetiere im Uri.
Die Gruppe der kleinen Säugetiere ist sehr divers und der Bedarf für Massnahmen unterscheidet sich stark zwischen den einzelnen Arten. Für einen zielführenden Einsatz der Ressourcen der Koordinationsstelle müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Für deren Festlegung wurde die Einstufung der Art in der Roten Liste der Säugetiere (Capt, 2022), die revidierte Liste der National Prioritären Arten (BAFU/InfoSpecies, in Erarbeitung), das Jahr des letzten Nachweises (info fauna, Februar 2025) sowie die Aufführung im Naturschutz-Gesamtkonzept des Kanton Uri verwendet. Basierend auf diesen Angaben wurden für jede Art eine Einschätzung betreffend des Bedarfs für Massnahmen gemacht. Dabei werden die Arten in drei Kategorien eingeteilt:
Bedarf für artspezifische Massnahmen
- Feldspitzmaus (Crocidura leucodon): geht in einigen Teilen des Verbreitungsgebiets (teilweise auch in der Schweiz) stark zurück, im Kanton Uri laufendes Förderprojekt.
- Sumpfspitzmaus (Neomys milleri): in der Schweiz stark gefährdet, mehrere aktuelle Einzelnachweise im Reusstal
- Gartenschläfer (Eliomys quercinus): auf der internationalen Roten Liste als VU gelistet, sehr starke Rückgänge in der Vergangenheit und nur ein alter Nachweis im Kanton, aber hohes Lebensraumpotential
- Iltis (Mustela putorius): ist südlich des Alpenkamms fast verschwunden, eventuell disjunktes Vorkommen im Kanton (Reussebene und Urserntal)
Bedarf für Förderung auf Lebensraumebene:
- Wasserspitzmaus (Neomys fodiens): National Prioritäre Art mit einigen Nachweisen im Kanton
- Haselmaus (Muscardinus sp.): im Kanton vorkommende Art ist nicht bekannt, national prioritär
- Mauswiesel (Mustela nivalis): National Prioritäre Art mit Vorkommen in höheren Lagen
Bedarf für die Verbesserung der Kenntnislage:
- Walliser Spitzmaus (Sorex antinorii): nördliche Verbreitungsgrenze liegt im Kanton, genaue Lage ist aber unbekannt und die Art breitet sich tendenziell aus.
- Waldspitzmaus (Sorex araneus): Kontaktzone mit Walliser Spitzmaus liegt im Kanton, genaue Lage ist unbekannt, wird eventuell durch die Walliser Spitzmaus verdrängt.
- Alpenwaldmaus (Apodemus alpicola): Art wurde erst 1952 beschrieben, genaue Verbreitung im Kanton ist unklar.
2025-2028
Kanton Uri